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Motion Aebi soll Milchmarkt ins Lot bringen
27.09.2010 – (lid) – Am 1. Oktober stimmt der Nationalrat über die Motion Aebi zur Milchmengensteuerung ab. Warum diese dringend angenommen werden muss, erklärten die Schweizer Milchproduzenten und vier Mitglieder der Grossen Kammer am Montag an einer Medienkonferenz.
Die Bauern würden derzeit zu viel Milch produzieren, sagte Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP) an der Medienkonferenz vom 27. September einleitend. Seit 2008 übersteige das Angebot die Nachfrage um rund fünf Prozent, weshalb der Butterberg immer grösser werde. Dadurch entstehe ein dramatischer Preisdruck, was sich darin zeige, dass die Bauern seit einem Jahr für Molkereimilch nur rund 60 Rappen pro Kilogramm erhielten. 2009 habe ein Talbetrieb gerade noch einen Arbeitsverdienst von 10 Franken pro Stunde erzielt, erklärte Gfeller.
Während die Bauern als schwächstes Glied in der Wertschöpfungskette unter den tiefen Milchpreisen litten, gehörten Verarbeiter und Detailhändler zu den Gewinnern, erklärte Nationalrat und Motionär Andreas Aebi (SVP BE). „Denn mit billiger Milch lässt sich viel leichter Kasse machen als mit teurer Milch.“ Aebi bezichtigte die Branchenorganisation Milch der Unfähigkeit, zumal deren Anstrengungen, den Milchmarkt zu sanieren, bislang wirkungslos geblieben sind. Deshalb brauche es staatlichen Flankenschutz.
Die Nationalrätin Maya Graf (Grüne BL) unterstützt die Motion Aebi noch aus einem anderen Grund: Der heutige Trend hin zu einer unkontrollierten, alleine auf Mengen ausgerichtete Milchproduktion gefährde die multifunktionalen Familienbetriebe. Gefährdet sei zudem die Milchproduktion im Berggebiet, während die „Milchfarmen“ im Mittelland zunehmen, was sich auf die Kulturlandschaft und die Artenvielfalt negativ auswirke.
Regionalpolitsch argumentierte auch Nationalrat Jakob Büchler (CVP SG): „Ich unterstütze die Motion Aebi, weil sie Rahmenbedingungen schafft, die auch in Zukunft in den wirtschaftlich benachteiligten Gebieten die Milchproduktion ermöglicht und damit zum Erhalt der regionalen Wirtschaftskreisläufe beiträgt.“ Und Nationalrat Laurent Favre (FDP NE) betonte, dass die Umsetzung der Motion Aebi die Steuerzahler keinen Franken koste.
