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Zu wenig Frischholz für Sägewerke
29.12.2008 – (lid) - Im Gegensatz zum Ausland ist in der Ostschweiz die Nachfrage der Verarbeiter nach Frischholz immer noch rege.
"Trotz der Finanzkrise läuft der Inlandmarkt auf einem hohen Niveau", stellt der Verband Waldwirtschaft St. Gallen-Liechtenstein im Winter-Holzmarktbericht fest, wie die Nachrichtenagentur SDA am Montag, 29. Dezember 2008 berichtet. Derzeit seien die beiden grossen Sägewerke in Domat/Ems GR und Gossau SG sowie weitere Betriebe nur knapp mit Frischholz eingedeckt. Die Ostschweizer Holzvermarktungsstelle in Brunnadern SG ruft deshalb die Waldbesitzer auf, die guten Marktchancen zu nutzen und genügend Rundholz bereitzustellen. Andernfalls hätten die Sägewerke Mühe, die etwas ungünstige Marktlage zu überstehen und ihre Aufträge erfüllen zu können.
Für die zurückhaltenden Holzschläge der Waldbesitzer sieht die Waldwirtschaft St. Gallen-Liechtenstein zwei Gründe. Zum einen lägen die Holzpreise gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Franken oder vier Prozent pro Kubikmeter tiefer. Zum andern habe die Finanzkrise auch bei den Waldbesitzern zu einer Verunsicherung geführt. "Wenn Stimmung und Preise sinken, ist es für die Forstdienste und die Holzvermarktungsstelle nicht einfach, die nötigen Holzmengen zu beschaffen", lautet das Fazit.
Als schwierig wird die Lage bei der Buche beschrieben. Einerseits sei der traditionelle Exportmarkt Italien derzeit nicht aufnahmefähig, anderseits werde das Zellstoffwerk in Riedholz SO, ein Abnehmer von Bucheholz, geschlossen. Die übrigen Laubhölzer wie Esche, Eiche, Kirsche und Ulme seien hingegen gefragt und gut absetzbar. Gute Absatzmöglichkeiten bestehen laut Bericht auch beim Industrieholz für die Spanplatten- und Papierproduktion. Deshalb wird empfohlen, die Wälder jetzt nach Schwachholz zu durchforsten. Die Aussichten für die Waldwirtschaft im Jahr 2009 werden vorab wegen der rückläufigen Baukonjunktur als eher düster bezeichnet.
